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Apr
27
2009

Hintergrund: ENSA zur UN-Dekade “Bildung für Nachhaltige Entwicklung”

Anfang April 2009 nahm das ENSA-Programm an der UNESCO-Konferenz zur Halbzeit der UN-Dekade “Bildung für Nachhaltige Entwicklung” teil. Zuvor diskutierten VertreterInnen der Zivilgesellschaft auf einer Tagung Fortschritte, Probleme, Ziele und ihre Perspektiven in diesem Bereich. Das ENSA-Programm beteiligte sich auch hier an der lebhaften Diskussion. Zeit also, ein kurzes Fazit zu ziehen – zum aktuellen Stand des ENSA-Programms im Rahmen der UN-Dekade “Bildung für Nachhaltige Entwicklung”. Denn sowohl die Abschlusserklärung der UNESCO-Konferen, als auch das Dokument der VENRO-Tagung geben neue Impulse und Ideen für die weitere Ausrichtung des ENSA-Programms.

Inhalt dieses Artikels

  1. Hintergrund: Informationen zur UN-Dekade “Bildung für Nachhaltige Entwicklung”
  2. UNESCO-Konferenz, VENRO-Tagung und Runder Tischim Überblick
  3. Ergebnisse der Konferenzteilnahme für ENSA
  4. Perspektiven: Bedeutsame Aussagen der zwei „Bonn-declarations“ (VENRO und UNESCO) für das ASA-Programm

Hintergrund: Informationen zur UN-Dekade

Von 2005 bis 2014 findet weltweit die UN-Dekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ statt – international als “UN-Decade Education for Sustainable Development”, kurz ESD. Ziel dieser von der UNESCO koordinierten Dekade ist es, Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) weltweit umzusetzen und weiterzuentwickeln.

Da Globales Lernen eine zentrale Säule der BNE ist, ist dieses Konzept auch für die ASA-Abteilung im Allgemeinen und das ENSA-Programm im Besonderen von großer Bedeutung – denn sowohl ASA, als auch ENSA tragen direkt zur Umsetzung der BNE in Deutschland bei. So sind z.B. das ASA-Programm und das ENSA-Programm Teil des Nationalen Aktionsplans (NAP) der Bundesregierung zur Umsetzung der BNE in Deutschland.

Weitere Informationen und Hintergründe hierzu gibt es im Internet:

UNESCO-Konferenz, VENRO-Tagung und Runder Tisch

1. Die Teilnahme von ENSA an der UNESCO-Weltkonferenz

Vom 31.03. bis zum 2.04.2009 fand in Bonn die UNESCO-Weltkonferenz zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (UNESCO-World Conference on Education for Sustainable Development – ESD) statt. Hier wurde evaluiert was bisher weltweit zur Umsetzung von BNE/ESD erfolgt ist und welche Maßnahmen für die zweite Hälfte der Dekade erfolgen sollen. Die Konferenz bestand aus drei Plenareinheiten und 22 Workshops zu verschiedenen Themen. Auch das ENSA-Programm präsentierte sich in einem dieser Workshops – „From the margins to the center: Establishing ESD in education plans and curricula“. Die TeilnehmerInnen des Workshops und VertreterInnen aus 15 Ländern Europas, Afrikas, Lateinamerikas und Asiens konnten sich an insgesamt siebem Expertentischen informieren – über das ENSA-Programm, den Chat der Welten, Themen der BNE in Costa Rica und Südafrika sowie den Orientierungsrahmen der InWEnt und dessen Umsetzung. Das ENSA-Programm stieß dabei auf ein insgesamt positives Feedback.

Zusätzlich zu diesen offiziellen Workshops fanden darüber hinaus verschiedene Side-Events statt, an denen sich auch die lokale Öffentlichkeit sowie die Teilnehmenden der Konferenz beteiligen konnten. Im Rahmen eines dieser Side-Events präsentierte sich YLS-Young Leaders for Sustainability vorgestellt – ein Austauschprogramm für junge Führungskräfte im Rahmen von ASA.Das offizielle Ergebnis der Konferenz ist die „Bonn declaration“ der UNESCO in der zu ergreifende Maßnahmen für die zweite Hälfte der UN-Dekade definiert werden. Mehr dazu gibt es im Internet auf der offiziellen Seite der Konferenz.

2. Austausch von Nichtregierungsorganisationen im Vorfeld der Konferenz

Als Vorbereitung zur offiziellen UNESCO-Konferenz fand vom 27. – 29.03.2009 eine internationale, von VENRO zusammen mit dem World University Service (WUS) organisierte NRO-Konferenz statt, die sich mit den Schwerpunkten Globales Lernen und Weltwärts befasste. Titel dieser Konferenz, an der 175 Personen aus 51 Ländern Europas, Afrikas, Asiens und Lateinamerikas teilnahmen war „Global Learning, weltwärts and beyond“. Im Rahmen von Plenareinheiten, Diskussionen und Kleingruppenarbeiten wurden Ideen und Vorschläge entwickelt, wie man internationale Freiwilligendienste (wie weltwärts) für BNE nutzen kann. Darüber hinaus formulierten die Vertreter der NRO ganz konkrete Wünsche und Forderungen für die zweite Hälfte der UN-Dekade “Bildung für Nachhaltige Entwicklung”. Dabei konnte auch das ENSA-Programm seine Erfahrungen einbringen, sich im Rahmen eines Infostandes präsentieren und sich vor allem mit Partnern aus Ländern des Südens austauschen. Unter den Teilnehmenden waren neben NGOs aus aller Welt und UNESCO-VertreterInnen auch zahlreiche ENSA-Projekte und -SeminarleiterInnen.

Das offizielle Ergebnis der Konferenz ist die „Bonn declaration“ der NRO, in der die TeilnehmerInnen Maßnahmen definieren, die für die zweite Hälfte der UN-Dekade ergriffen werden sollen. Diese Deklaration richtete sich damit auch direkt an die Teilnehmenden und Delegierten der anschließenden UNESCO-Konferenz. Mehr Informationen gibt es im Internet auf www.venro.org und www.globaleslernen.de.

3. Außerordentlicher Runder Tisch BNE

Direkt im Anschluss an die UNESCO-Konferenz fand am 3. April ein außerordentlicher Runder Tisch zum Thema BNE statt. Der Runde Tisch, der vom Nationalkomitee der UN-Dekade einberufen wird, ist – neben dem Nationalkomitee und Arbeitsgruppen – eines der drei zentralen Gremien der UN-Dekade. Am Runden Tisch kommen einmal im Jahr die verschiedensten Akteure aus dem Bereich der Nachhaltigkeit aus ganz Deutschland zusammen, um gemeinsam an der deutschen Umsetzung der UN-Dekade zu arbeiten. An diesem außerordentlichen runden Tisch nahmen neben den regulären VertreterInnen (VertreterInnen aus Ländern und Kommunen, Unternehmen und NRO) auch internationale Teilnehmende der UNESCO-Konferenz teil. Hier wurden die Ergebnisse der Konferenz vorgestellt und Maßnahmen für die zweite Hälfte geplant. Auch hier konnte ENSA einen Beitrag zur weiteren Begleitung und Umsetzung der Dekade leisten. Besonders betont wurde die Notwendigkeit der internationalen Partnerschaften sowie der Teilhabe aller gesellschaftlichen Akteure im Bereich BNE. Die Empfehlungen und Ergebnisse werden im Internet auf dem BNE-Portal veröffentlicht.

Ergebnisse der Konferenzteilnahme für ENSA

Durch die Teilnahme an der offiziellen UNESCO-Konferenz, der VENRO-Tagung und dem Runden Tisch konnte das ENSA-Programm nicht nur Impulse für die Diskussion im Bereich des Globalen Lernens liefern, sondern auch selbst Ideen und Ansätze zur Weiterentwicklung des Programms gewinnen.

  • Qualitätsprüfung: Durch die Teilnahme an der Konferenz und weitere Diskussionen mit Deligierten, VertreterInnen von NRO und anderen Akteuren wurde deutlich: Die Konzeption des ENSA-Programms entspricht den aktuellen Diskussionen im Bereich BNE/Globales Lernen. Viele aktuelle Forderungen von staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren setzt das Programm bereits jetzt um – den Aufruf zur Einbindung aller gesellschaftlichen Akteure im Bereich BNE, zur Verknüpfung von formaler, non-formaler und informeller Bildung, zu verstärkten Partnerschaften staatlicher und nicht-staatlicher Akteure, zur umfangreichen Vor- und Nachbereitung sowie zur Gegenseitigkeit des Austausches in Form von Nord-Süd und Süd-Nord-Begegnungen.
  • Besonders positiv fällt sowohl bei ENSA, als auch bei ASA auf, dass ein gegenseitiger Austausch zwischen Süd und Nord stattfindet und die Begegnungen keine Einbahnstraße sind.Im Rahmen des UNESCO-Workshops wurde das Konzept des Schulaustauschs als eine gute Möglichkeit angesehen, BNE in Schulen zu bringen und zu verankern. Gleichzeitig wurden verschiedene Empfehlungen gegeben:
  • Zur weiteren Verankerung ist die Begeisterung und Weiterqualifizierung von DirektorInnen und LehrerInnen etwa durch ihre Teilnahme an Schulaustausch, ein besseres Wissensmanagement für andere Schulen und Länder, die Unterstützung der Multiplikation der Erfahrungen und der langfristigen Arbeit der Schulen, eine verstärkte Zusammenarbeit verschiedener staatlicher und nichtstaatlicher Akteure sowie die Verankerung von Schulpartnerschaften in Curricula notwendig.
  • Die Ziele des ENSA-Programms konzentrieren sich vor allem auf die Bildungsarbeit in Deutschland. Gleichzeitig will ENSA die Perspektive der Südpartner langfristig stärken und sie dazu ermutigenm, ihre eigenen Ziele an die Begegnung zu formulieren.

Hintergrund: Informationen zur UN-Dekade

Sowohl die UNESCO-Konferenz zur Halbzeit der Dekade “Bildung für Nachhaltige Entwicklung”, als auch die Tagung der VertreterInnen von NRO gingen mit einer Erklärung und ganz konkreten Zielen, Forderungen und Perspektiven zu Ende. Vieles ist dabei auch für die Betrachtung und Weiterentwicklung des ENSA-Programms von Bedeutung.

So heißt es in der Erklärung der Nichtregierungsorganisationen:

“The successful implementation of ESD requires global volunteering programmes all over the world on the principles of mutual learning exchange, accountability and partnership between key stakeholders involved at all levels.”

In der Abschlusserklärung der UNESCO-Konferenz wird die Bedeutung der Jugend hervorgehoben:

“Involve youth in the design and implementation of ESD. Engage the commitment, Solidarity and potential of youth and their organizations and networks in enhancing ESD. Foster young people´s ownership of ESD questions and issues.”

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