Das Europäische Informations-Zentrum in der Thüringer Staatskanzlei veranstaltete am 18. und 19. Mai 2010 in Weimar eine Konferenz zum Thema „Europa der Verantwortung und der Partnerschaft in der Migrationspolitik für Jugendliche“. Anlässich des Europäischen Jahres gegen soziale Ausgrenzung und Armut wurde mit Vertretern von Organisationen, Vereinen und Initiativen verschiedene Projekte diskutiert, die Jugendliche mit Migrationshintergrund stärken und den Dialog fördern. Dazu eingeladen war auch das ENSA-Programm, das sich durch Schulaustauschprojekte auch zusammen mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund aktiv gegen Ausgrenzung und für den Erfahrungsaustausch einsetzt.
Erfolgreiche Integrationspolitik ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung – ENSA setzt daher auf ein bundes- und weltweites Netzwerk staatlicher und nichtstaatlicher Akteure. Übergeordnetes Ziel von ENSA ist es, ein wachsendes Netzwerk aus Organisationen und Einzelpersonen darin zu unterstützen, sich gemeinsam für eine global nachhaltige Entwicklung einzusetzen. Schüler_innen und Lehrer_innen sollen ihr Wissen und ihre Erfahrungen über entwicklungspolitische Zusammenhänge erweitern, die beteiligten Schulen und NRO in ihrer Funktion als Multiplikator_innen unterstützt werden und Entscheidungsträger_innen aus der Politik und ENSA beratende Institutionen gemeinsam das Programm derart weiterentwickeln, dass die Schüler_innen und Lehrer_innen in ihrem langfristigen gesellschaftlichen Engagement unterstützt werden.
Das ENSA-Programm leistet folgende Beiträge für soziale Integration und gegen Armut:
- Pädagogisch begleitete ENSA-Begegnungen fördern Dialog und gegenseitiges Verständnis. Durch pädagogisch begleitete Begegnungen in Deutschland und den Partnerländern fördert ENSA bei Schüler_innen das Verständnis für andere Kulturen, den gemeinsamen Erfahrungsaustausch und den gegenseitigen Respekt füreinander.
- Entwicklungs- und Integrationspolitik sind zwei Seiten derselben Medaille. ENSA vermittelt Kompetenzen bei Schüler_innen aus Deutschland und den Partnerländern. Durch Incoming-Projekte in Deutschland lernen Schüler_innen aus den Partnerländern Deutschland gut kennen, sie erwerben neue Kompetenzen und können damit als Multiplikator_innen in ihren Heimatländern agieren. Die deutschen Schüler_innen wiederum entwickeln Kompetenzen als Gastgeber_innen. Bei Outgoing-Projekten lernen die deutschen Schüler_innen die Partnerländer kennen und werden potenziell weltoffener, was ebenso zur verbesserten Integration in Deutschland beiträgt.
- ENSA legt besonderen Wert auf die Förderung von Projekten aus strukturschwachen Gebieten Deutschlands und Projekte, die mit sogenannten sozial- und bildungsbenachteiligten Schüler_innen arbeiten. So gehören z.B. eine Hauptschule aus Berlin Neukölln und eine Schulprojekt zur Wiedereingliederung von Jugendlichen zu den Partnern des ENSA-Programms.
- ENSA fördert das entwicklungspolitische Engagement junger Menschen über die Begegnung hinaus. Schüler_innen werden als Multiplikator_innen in ihrem Umfeld aktiv und leisten einen wichtigen Beitrag zur entwicklungspolitischen Bildung. Projekte in Deutschland sensibilisieren außerdem die gesamte Schule für den Austausch. Darüber hinaus haben einige Schulen ihre Erfahrungen aus den konkreten Begegnungsreisen bereits in ihre Lehrpläne umgesetzt.
Erfolgreiche Integration bedeutet Teilhabe und Zusammenarbeit. Bei ENSA sind Akteure mit Migrationshintergrund, People of Color/PoC und Schwarze als Seminarleiter_innen und Teilnehmende aktiv Programmgestaltende. Das ENSA-Programm wird auf allen Ebenen gemeinsam gestaltet.
Weitere Informationen über das ENSA-Programm erhalten Sie über: www.ensa-programm.de

