„Ich will den Leuten in meinem Umfeld vermitteln, dass es toll ist, sich mit anderen Lebensweisen zu befassen, und dass wir nicht machtlos sind, sondern an jeder Situation etwas ändern können.”
Hauptschülerin, 15 Jahre
Das ENSA-Programm steht im Kontext der UN-Dekade “Bildung für nachhaltige Entwicklung”, die Menschen dazu motivieren will, an der zukünftigen Gestaltung der Weltgesellschaft aktiv und verantwortungsvoll mitzuwirken und im eigenen Lebensumfeld einen Beitrag dazu zu leisten. ENSA unterstützt daher entwicklungspolitisch interessierte Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer in Süd und Nord, sich weltweit für eine nachhaltige Zukunft einzusetzen.
Worum soll es bei den Schulprojekten gehen?
Die Teilnehmenden sollen gesellschaftliches Engagement zeigen und die Erfahrungen, die sie durch den Austausch gemacht haben, an ihr Umfeld weitergeben. Auch die Schulprojekte, die ENSA fördert, sollen diese Ziele verfolgen und sich daher mit sozialer Gerechtigkeit, ökologischer Verträglichkeit und ökonomischer Leistungsfähigkeit zukünftiger Generationen beschäftigen.
Im Rahmen dieses „Dreiecks der Nachhaltigkeit” sind eine Vielzahl von Themen und Schwerpunkten möglich, die von der Beschäftigung mit politischen Beteiligungsmöglichkeiten bis hin zum Bau einer Solaranlage für eine Schule reichen. Wichtig im Sinne des Globalen Lernens ist dabei, dass die entwicklungspolitische Dimension und die Zusammenhänge und Verknüpfungen zwischen Süd und Nord im Mittelpunkt stehen.
Partnerschaftlichkeit
Besonderen Wert legen wir auf die partnerschaftliche Ausgestaltung des Projektes. Der Inhalt und das Programm des Projektes sollen von allen Beteiligten gemeinsam erarbeitet und gestaltet werden, von Schüler_innen und Lehrer_innen beider Partnerschulen. Gemeinsam und gleichberechtigt werden die Schwerpunkte des Projektes festgelegt und gegenseitiges Lernen ermöglicht.
Um den intensiven Austausch zwischen der Süd- und der Nordgruppe sicherzustellen, sollten beide Gruppen ähnlich groß und in Bezug auf das Alter der Teilnehmenden und die Schulart vergleichbar sein.
Darüber hinaus legt ENSA Wert darauf, dass das Schulaustauschprojekt im Rahmen einer langfristigen Schulpartnerschaft stattfindet und das Thema des Projekts auf diese Partnerschaft abgestimmt ist. Eine Rückbegegnung durch die jeweils andere Gruppe sollte möglich sein und die Schülerinnen und Schüler zur entwicklungspolitischen Weiterarbeit als Multiplikatoren ermuntert werden.
Vor- und Nachbereitung – die pädagogische Begleitung der Schulprojekte
Die pädagogische Begleitung der Schulaustauschprojekte ist uns sehr wichtig. In qualitativ hochwertigen Vorbereitungsseminaren werden die Teilnehmenden inhaltlich und methodisch auf das Projekt vorbereitet. Im Anschluss an die Begegnung werden die Erfahrungen auf einem Nachbereitungsseminar ausgewertet und Möglichkeiten eines weiteren Engagements erarbeitet. Die Teilnehmenden können sich mit Hilfe pädagogischer Unterstützung mit Stereotypen und Vorurteilen auseinandersetzen und werden für Begegnungen mit Ungewohntem sensibilisiert.
Wichtig ist ENSA der Perspektivwechsel, auf den die Schülerinnen und Schüler sich einlassen, und eine neue Sichtweise auf das Verhältnis von lokalem Handeln und globalen Auswirkungen. Die Teilnehmenden werden befähigt und motiviert, ihre Erfahrungen an andere weiterzugeben.
ENSA versteht sich dabei als Lernendes Programm. Das bedeutet, dass die Lehrenden immer auch Lernende sind. In den Seminaren und Projekten wird eine Vielfalt von Methoden angewendet, und immer werden zu vermittelnde Inhalte mit anderen Themen verknüpft. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben eine große Auswahl von Möglichkeiten, ihr Projekt mitzugestalten und so zu partizipieren.
Für ENSA ist die Verbindung der inhaltlichen Schwerpunkte und der pädagogischen Grundrichtlinien ein zentraler Faktor für das Gelingen der Schulaustauschprojekte. Denn nur, wenn man sich gründlich mit der Vergangenheit und Gegenwart und den zukünftigen Möglichkeiten auseinandersetzt, kann man sich für eine global gerechte Zukunft einsetzen.

